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VERANSTALTUNGEN DER FREIEN VEREINIGUNG
FÜR ANTHROPOSOPHIE

 

Berlin,  im Dezember 2021

 

Liebe Freunde der Freien Vereinigung für Anthroposophie Morgenstern!

Seit dem Schwellenübergang von Peter Tradowsky liegen nun fast zwei bewegte, krisenreiche Jahre hinter uns.
Nach dem Ausscheiden von Edda Lechner aus dem Vorstand des Vereins zur Förderung der anthroposophischen Arbeit Berlin e.V. haben Reiner Boese und Judith von Halle seit Ende November zwei neue, sowohl spirituell als auch praktisch tatkräftige Helfer dazu gewonnen: Friederike Gläsener (vormals Kenneweg) und Frank Gläsener. – Unter anderem war uns auch diese Neuaufstellung im Förderverein der Freien Vereinigung für Anthroposophie Anlass zur Besinnung auf die eigentlichen Ziele unserer Gemeinschaft, und es ist uns ein großes Anliegen, diese Ziele wieder verstärkt in den Fokus der Arbeit zu stellen.
Wir sind davon überzeugt, dass diese Ziele sozusagen den Nerv der Zeit treffen und im Grunde das zentrale Anliegen aller anthroposophisch bewegten Seelen sein dürften. Gerade in Krisenzeiten wie den gegenwärtigen kann dies der Einzelne in sich besonders stark empfinden.

Um Ihnen das spirituell-praktische Angebot vorstellen zu können, das die Freie Vereinigung für Anthroposophie Morgenstern jedem Interessierten in Zukunft machen möchte, wollen wir mit Ihnen noch einmal zurückschauen auf die Gründung unserer Vereinigung.

Wie Sie wissen, versteht sich die Freie Vereinigung für Anthroposophie als sogenannte „Gruppe auf sachlichem Feld“ innerhalb der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft gemäß den Statuten der Weihnachtstagung (Statut 11). Rudolf Steiner hat in diesem Statut zwei Möglichkeiten einer anthroposophischen Gemeinschaftsbildung definiert: nämlich entweder in Form einer „örtlichen“ Niederlassung, das heißt eines klassischen Zweiges, oder in Form einer Gruppierung, die sich – wo auch immer – in der Hauptsache einem bestimmten inhaltlichen Zweck und Thema widmen möchte, das heißt eine Gruppe auf „sachlichem“ Feld. Auf der Homepage der Freien Vereinigung für Anthroposophie Morgenstern ist unter der Rubrik „Gründung“ festgehalten, was Peter Tradowsky im Jahr 2006 als das „sachliche Feld“, also als inhaltliche Satzung unserer Vereinigung formuliert hat:

„Der Impuls zu ihrer Gründung ging nicht nur von Mitgliedern der AAG in Berlin aus, sondern auch von Mitgliedern in ganz Deutschland, der Schweiz und anderen Ländern. Die Initiatoren erachten es als notwendig, dass das Mysterium von Golgatha als Quell der Anthroposophie besonders intensiv bewusst gemacht wird.

Das Anliegen der „Freien Vereinigung für Anthroposophie” ist die Pflege und Unterstützung all jener Bestrebungen, die ernsthaft dem lebendigen Wesen der Anthroposophie dienen wollen. Bei dieser gemeinsamen Arbeit soll deutlich werden, dass die Geisteswissenschaft, die von Rudolf Steiner auch als Gralswissenschaft bezeichnet wird, ihren Ursprung dem Christus-Impuls verdankt.

Die Gründung ist vorbereitet worden durch eine Reihe von Vorträgen, die in und außerhalb Berlins von Judith von Halle und Peter Tradowsky gehalten wurden. Die vielfältigen Reaktionen haben ein lebhaftes Interesse und eine starke Verbundenheit mit den Intentionen dieser Arbeit gezeigt. Viele Freunde haben sich bereit erklärt, in der Freien Vereinigung mitzuar-beiten und in örtlichen Arbeitsgruppen dieses Thema zu vertiefen.“

Dieser Erklärung kann man entnehmen, dass sich die „Geburt“ der Freien Vereinigung für Anthroposophie auf die Vorträge gründet, die Judith von Halle und Peter Tradowsky im Jahr 2004 gehalten haben und die heute in dem Buch „Und wäre Er nicht auferstanden …“ von Judith von Halle enthalten sind.
Die Gründung der Freien Vereinigung für Anthroposophie war einerseits eine Antwort auf die damaligen Umstände der Kündigungen von Peter Tradowsky, Edda Lechner und Judith von Halle infolge des Stigmatisations-Ereignisses durch den Vorstand der deutschen Landesgesellschaft – denn als eine f r e i e Vereinigung mit rein inhaltlichen Zielen ohne Anschluss an eine Landesgesellschaft gibt es kaum formale Bindungen. Die notwendigen finanziellen Belange unserer Gemeinschaft werden von einem externen Förderverein (mit lediglich dem gesetzlichen Minimum an Mitgliedern) versehen, in dem es keine Posten zu bekleiden gibt, durch die es zu Konsequenzen kommen könnte, wie sie im Jahr 2005 eingetreten sind.
Andererseits war die Gründung der Freien Vereinigung für Anthroposophie eine Antwort auf „die vielfältigen Reaktionen“, das „lebhafte Interesse“ und die „starke Verbundenheit mit den Intentionen“ einer solchen Arbeit, wie sie in den genannten Vorträgen zum Ausdruck kam. Diese Reaktionen äußerten sich damals darin, dass „viele Freunde sich bereit erklärt“ haben, „in der Freien Vereinigung mit zuarbeiten und in örtlichen Arbeitsgruppen dieses Thema zu vertiefen“.

Gerade dieser letzte Satz weist auf eine Grundtatsache hin, die Rudolf Steiner für jeden Menschen voraussetzte, der sich in der Gegenwart als Anthroposoph versteht: nicht allein das „Entgegennehmen“ von dem, was einige Wenige an spirituellen Ergebnissen ihrer Arbeit zu teilen bereit sind, sondern auch das selbständige „Aktivwerden“ auf anthroposophischem Feld. Diese gemeinschaftlichen Bemühungen, zu denen der Einzelne sich einfinden kann, stellen insbesondere in einer Zeit, in der das einzelne Ich zum Bewusstseinsseelen-Erwachen gerufen ist, das entscheidende Mittel, das Zünglein an der Waage dar, durch welches das Weltgeschehen unmittelbar zum Guten hin beeinflusst, ja gewendet werden kann!


1)  Die „Zweigarbeit“ auf sachlichem Feld in Berlin

Eine solche Gemeinschaftsbemühung bietet im Sinne der oben genannten Ziele die Freie Vereinigung für Anthroposophie allen interessierten Freunden an in Form eines wöchentlich stattfindenden seminaristischen Arbeitskreises.
Friederike und Frank Gläsener haben dankenswerter Weise bereits die Initiative ergriffen, an jedem Mittwochabend eine Arbeit im Sinne unserer Gründungsstatuten anzubieten.
Wir möchten diese Arbeit nun gerne gewissermaßen ins Zentrum des Angebots von Morgenstern stellen, um jedem einzelnen Interessierten, der sich nach wie vor mit den Zielen der Freien Vereinigung für Anthroposophie innerlich verbindet oder neu verbinden möchte,

die Gelegenheit zu einer direkten Mitarbeit an diesen Zielen zu geben – nicht zuletzt auch, um dadurch mitwirken zu können an der Verbesserung der gegenwärtigen Weltlage. Denn: spirituell Wahres zu denken, schafft Realitäten in einer Welt, in der ohne höhere Bewusstseinsfähigkeiten Wahres von Unwahrem schwer zu unterscheiden ist und daher viel Unwahres gedacht wird, was zu Katastrophen auf den unterschiedlichsten Lebensgebieten führt.
In diesem kontinuierlich stattfindenden Arbeitszusammenhang darf und kann sich jeder zuhause fühlen, der sich bei der Freien Vereinigung für Anthroposophie zuhause fühlt.
Darüber hinaus sollte nicht vergessen werden, dass durch eine solche Mitwirkung auch das Wirken von Judith von Halle (im Diesseits) und das Wirken von Peter Tradowsky (im Jenseits) eine reale und eigentlich unverzichtbare Unterstützung erfährt. Denn die Freie Vereinigung für Anthroposophie ist nicht zu dem Zweck gegründet worden, dass sich nur dann eine größere Anzahl von interessierten Freunden einfindet, wenn Judith von Halle spirituelle Beiträge anbietet, sondern damit im Sinne der Arbeit von Judith von Halle, in deren Zentrum das Anliegen der Freien Vereinigung für Anthroposophie zum Ausdruck kommt, in der Teilnehmerschaft selbst gearbeitet wird, damit diese Arbeit eine größere Wirksamkeit zu entfalten vermag. Zu dieser Arbeit heißen wir Sie von ganzem Herzen willkommen!
So soll der erste Eckpfeiler des geistigen Engagements der Freien Vereinigung für Anthroposophie Morgenstern künftig die wöchentliche „Zweigarbeit“ auf sachlichem Feld darstellen:


Jeden Mittwoch, 20:00 Uhr:
Seminaristische Gemeinschaftsarbeit

Zurzeit am Buch von Judith von Halle: „Der Abstieg in die Erdenschichten auf dem anthroposophischen Schulungsweg“.
(Dieses Thema ist ein fundamentaler Baustein für die Erkenntnisarbeit an den gegenwärtigen Zeitereignissen und stellt darüber hinaus eine gute Vorbereitung für die im kommenden Jahr erscheinende Forschungsarbeit Judith von Halles dar.)
Leitung: Friederike und Frank Gläsener. – In regelmäßigen Abständen wird auch Judith von Halle zugegen sein und gemeinsam mit den Seminarteilnehmern an den im Zuge der Arbeit gesammelten Fragen arbeiten.
Ort: Seminarraum Rudolf Steiner Haus


2)  Vorträge der Freien Vereinigung für Anthroposophie Morgenstern

Der zweite Eckpfeiler des Angebots von Morgenstern soll weiterhin in Vorträgen bestehen, deren Durchführung hoffentlich – von der Coronapandemie-Situation ungebremst – bald wieder Fahrt aufnehmen kann. Im Sinne unserer Statuten sollen künftig auch diese Vorträge wieder in erster Linie an Beiträgen zum Christus-Impuls orientiert sein.
Für das kommende Frühjahr fällt dieses Angebot pandemiebedingt noch etwas sparsam aus.


Vorträge 1. Quartal 2022

Mittwoch, 9. Februar 2022, 20:00 Uhr:
„Der Weg des Christus zu den Menschen und der Weg der Menschen zu Christus“
Vortrag von Friederike Gläsener, Berlin
Ort: Rudolf Steiner Haus

Freitag, 25. März 2022, 20:00 Uhr:
„Kaspar Hausers Menschheitstat“

Vortrag von Eckart Böhmer, Ansbach
Ort: Rudolf Steiner Haus


3)  Die Seminararbeit mit Judith von Halle

Im Oktober dieses Jahres fand in der Rudolf Steiner Schule die Einführung zu einem Wochenendseminar mit dem Titel „Von den zwei zukunftsentscheidenden Aufgaben der Gegenwart:
die Erkenntnis des Christus und die Erkenntnis des Bösen“
statt. Diese Arbeit soll in regelmäßigen
Abständen durchgeführt werden als Quartals- oder Trimester-Veranstaltung. Thematisch soll sie die Arbeit an dem großen Studienwerk von Judith von Halle einleiten, das wie gesagt im kommenden Jahr publiziert werden soll.
(Der nächste Termin wird noch bekannt gegeben. Aufgrund der großen Teilnehmerzahl findet der Kurs in der Rudolf Steiner Schule, Roter Saal, statt.)

Wir hoffen sehr, dass wir mit unserer „Rückkehr zu den Wurzeln“ auch Ihrem Wunsch entsprechen und freuen uns sehr auf eine neue, enthusiastische anthroposophische Arbeit mit Ihnen in unserer Freien Vereinigung für Anthroposophie!



Weihnachten

Als weihnachtlichen Gruß senden wir Ihnen in diesem Jahr ein Faksimile des Entwurfs zu einer Michael-Plastik von Edith Maryon, die auf der Grundlage von Hinweisen Rudolf Steiners für das erste Goetheanum angefertigt wurde. Dazu erhalten Sie eine Kopie des Artikels von Judith von Halle aus der Wochenschrift „Das Goetheanum“.
Der Entwurf kann uns ein meditativer Leitfaden für unsere Seelen in dieser Zeit sein, denn er thematisiert die Beziehung zwischen einer Menschengemeinschaft („die eines guten Willens sind …“) und unserem Zeitgeist, Michael, sowie unserem Herrn des Karma, Christus, mit Seinen Ihm dienenden Geistern.

Für ihre ideelle wie finanzielle Unterstützung (in der sich das Ideelle in der Sinneswelt gewissermaßen verwirklichen kann) sind wir Ihnen von Herzen dankbar!

Mit lieben Grüßen und den besten Wünschen für den Advent und eine hoffnungsfrohe Weihnacht Ihre

Judith von Halle, Friederike Gläsener, Reiner Boese, Frank Gläsener

PS: Das Buch „Die Stunde des Widerstands. Das Ich als Kern des Widerstands“ von Peter Tradowsky ist jetzt, wie angekündigt, als Neuauflage im Buchhandel erhältlich.
(2. erw. Auflage 2021, mit einer Einführung zur Neuauflage von Judith von Halle. 104 S., kt., Euro 12,-
ISBN 978-3-03769-024-6)

Weihnachtsbrief zum download
 

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Berlin,  im Dezember 2021

Liebe Freunde, Weggenossen und Mitstreiter,

Das Kind war von je her ein Bild der Hoffnung und der Zukunft. Es hat das meiste noch vor sich, denn noch größtenteils unentfaltet steht es in Bezug auf seinen Lebensweg, seine Fähigkeiten und Möglichkeiten da. So kann das Kind auch als Sinnbild für die Zukunftswesenheit des Menschen stehen: Für unser Ich, das erst im Beginn steht, seine Kraft und Fähigkeiten zu entfalten und das in der Zukunft noch viel weitreichendere Wirkungsmöglichkeiten entwickeln wird. Im Zeitalter der Bewusstseinsseele geht alle Entwicklung durch das Nadelöhr des Individuellen. Das Zerfallen in Gruppenmeinungen und -interessen ist stets ein Zeichen, dass es der Ich-Erkraftung bedarf.
Ich-Haftigkeit bedeutet aber zugleich „Du-Fähigkeit“, also ein wirkliches Erfassen des anderen mithilfe des Ich-Sinns und die daraus resultierende Achtung vor seiner einzigartigen Wesenheit und seinem Weg.
Ein wunderbares Bild für die Ich-Geburt in der menschlichen Seele ist das Kind im Arm der Maria. Sie – rein, offen und hingegeben – hält den Träger aller Zukunft im Arm. Aber von Beginn an wird das Kind verfolgt, man trachtet ihm nach dem Leben, und es muss vor den Widersachern gerettet werden. Zahlreiche kleine Legenden gibt es um dieses Geschehen, wo – neben Menschen – in übernatürlicher Weise sogar die Tier- und Pflanzenwelt dem Kinde zu Hilfe kommt. Die Blätter der Palme bilden Stacheln, um das in ihnen verborgene Kind vor dem Zugriff der Herodesknechte zu schützen, ein Brotteig wächst, um das Kind unter sich zu verbergen, und mitten in der Wüste öffnet sich eine Quelle, um die Fliehenden zu laben.
Wir können die Legenden, die uns von der Verfolgung des Jesuskindes berichten, als Wahrbild betrachten: Unser noch sehr junges Ich, das Rudolf Steiner einmal als ein „Baby“ bezeichnete, ist ständig bedroht von ihm entgegenstehenden Mächten gelähmt, korrumpiert, angegriffen oder zumindest geschwächt zu werden. Peter Tradowsky spricht in seinem Buch „Die Stunde des Widerstands“ von einer Ich-Krise und führt aus: „Dieser Widerstand im Ich ist eine unerbittliche Notwendigkeit in dem zeitgeschichtlichen Augenblick, in dem das Ich in nie da gewesener Art und Weise herausgefordert, versucht, geprüft wird. (…) Denn der Angriff auf das Ich hat das deutlich erkennbare Ziel, dieses zu lähmen, auszuschalten, letztendlich zu vernichten.“ (S.14-15) Ohne das Ich gibt es aber schlussendlich keine Zukunft für den Menschen. Es besteht die dringende Notwendigkeit einer rettenden Tat!

Wenn wir uns dieser Situation schonungslos und voll bewusst werden, ist das bereits eine Tat des Ich. Wir haben ja die Möglichkeit unseren Weg zu wählen! Man kann von einem täglich, ja eigentlich minütlich sich vollziehendem Kampf sprechen, in dem wir wie auf einem Grat im Gleichgewicht zwischen den widerstrebenden Mächten den Blick auf Christus gerichtet unseren Weg suchen. Besinnen wir uns darauf, dass wir unseren Weg nicht allein gehen! Besinnen wir uns auf die immerwährende Hilfe und Liebe des Ich-Bringers, des Christus. Soll uns diese Hilfe immer mehr zukommen, so müssen wir Ihm die Hand reichen oder vielmehr unser Herz. Jeder Gedanke an Ihn, jedes Wort, das wir innerlich an Ihn richten, jeder Moment in dem wir unsere liebende, dankbare Hingabe an Ihn richten, zählt und hat eine äußerst starke Wirkung in der geistigen Welt! Und wie das Kindlein stets der Verfolgung entkommt und gerettet wird durch Kräfte, die nicht aus dem Physischen stammen, so dürfen auch wir uns diesen Kräften anbefehlen und unser ganzes Vertrauen auf sie setzen.

In der Freien Vereinigung für Anthroposophie Morgenstern haben wir es uns – wie oben ausgeführt – zur Aufgabe gemacht, den Christus-Impuls in den Mittelpunkt unserer Bestrebungen und unserer Arbeit zu stellen. Alle Anthroposophie fließt aus dieser Quelle.
Es braucht heute eine Erkenntnisarbeit, ein echtes und treues Bemühen um ein immer tieferes Verstehen der Christus-Wesenheit. In diesem Zusammenhang bleibt uns nicht erspart, ebenfalls eine Erkenntnis der heute stark wirkenden Gegenmächte anzustreben. Erst in der Erkenntnis dessen, was bzw. wer da wirkt, können wir einen ausgeprägten Realitätssinn entwickeln, zu einer zutreffenden Einschätzung der Zeitereignisse kommen und unseren Weg sicher durch die Wirren der Zeit hindurch finden.
Wir sind durch Rudolf Steiner mit den unfassbar reichen Ergebnissen seiner Geistesforschung beschenkt worden, auch mit den Ausführungen zum kosmischen Christus-Wesen. Ein für den gewöhnlichen Verstand kaum zu erfassendes Geschenk in der Gegenwart ist die Forschung von Judith von Halle, deren Ausführungen zum Mysterium von Golgatha ein ganz vertieftes Verstehen der Christus-Wesenheit und dadurch eine Verbindung zu Ihm befördern können.
Was heißt es nun, dieses Geschenk wirklich anzunehmen? Dieser Impuls hat sich uns anvertraut, und es ist an uns, ihn hier auf der Erde zu verankern, in Dankbarkeit und Liebe zu hegen und zu pflegen. Er ist ja für uns da und zeigt sich immer neu!

Nun mag sich jeder Einzelne fragen, was sein Beitrag dazu sein kann. Es wird ohne Zweifel viel ernsthafte Arbeit im stillen Kämmerlein geleistet, die unabdingbar und wertvoll ist. Jeder Schritt in der Selbsterziehung und in der Erkenntnis ist ja ein Mosaikstein im Ganzen der Menschheit, der hilft die Weltlage zu verbessern. Aber es vollzieht sich doch noch einmal etwas anderes, wenn wir darüber hinaus uns mit anderen Menschen zusammenfinden, um eine Erkenntnisarbeit zu leisten.
Wir haben die wichtige und bedeutungsvolle Möglichkeit, den Gründungsimpuls von Morgenstern zu unterstützen und neu zu beleben, so dass er auf der Erde noch stärker Fuß fassen kann und eine Heimat erhält. In hohem Maße war eine solche Arbeit in der Vergangenheit an Peter Tradowsky geknüpft. Es ist an uns, diese Arbeit aufzugreifen. Wir dürfen gewiss sein, dass er unsere Bemühungen aus der geistigen Welt begleitet und es sein dringendes Anliegen ist, dass seine Erdenarbeit fortgesetzt wird durch uns.
Damit schaffen wir auch die Grundlage dafür, dass Judith von Halle wieder verstärkt in Berlin in Erscheinung treten und uns die Früchte ihrer Arbeit schenken kann.
Wer möchte, ist herzlich eingeladen unsere bereits erwähnte Arbeitsgruppe mittwochs um 20 Uhr zu bereichern! Wir beschäftigen uns mit dem Buch „Der Abstieg in die Erdenschichten“.

Mit ganz herzlichen Weihnachtsgrüßen,
Ihre
Friederike Gläsener

Brief zum download

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Die Michael-Gruppe im Ersten Goetheanum

Die Skizze für eine Michael-Plastik wurde nach einer Entwurfsidee Rudolf Steiners von der englischen Bildhauerin und ersten Leiterin der Sektion für Bildende Künste, Edith Maryon, ausgeführt.
Die heute im Goetheanum befindliche Holzplastik Der «Menschheitsrepräsentant zwischen Luzifer und Ahriman» entstand ebenfalls nach Entwürfen Rudolf Steiners in Zusammenarbeit mit Edith Maryon. Diese Holzplastik war als zentrales Kunstwerk im Innenraum des Ersten Goetheanum vorgesehen und sollte im äußersten Osten des kleinen Kuppelsaales platziert werden. Der Besucher, der von Westen her den Bau betrat, sollte sich ihr beim Durchschreiten physisch wie seelisch-geistig nähern.
Die neu aufgefundene Zeichnung für eine Michael-Plastik trägt den Charakter einer Ideenskizze. Sie ist noch nicht im Detail ausgearbeitet, zeigt aber schon die spirituellen Intentionen. Datiert ist sie auf den 23. Dezember 1922, also eine Woche vor dem Brand, der in der Silvesternacht 1922/23 das Erste Goetheanum vollkommen vernichtete.
Während zu diesem Zeitpunkt die einzelnen Teile der Plastik des Menschheitsrepräsentanten – noch im Atelier befindlich – bereits weitgehend ausgearbeitet waren und im Wesentlichen den Stand erreicht hatten, der heute zu besichtigen ist, gab es offensichtlich für die Michael-Gruppe noch keine vorgeschrittenen Entwürfe oder Modelle. Nach dem Brand des Baus hatte sich eine weitere Bearbeitung des Entwurfes erübrigt. Das Thema wurde nicht wieder aufgegriffen, da sowohl Rudolf Steiner wie Edith Maryon vor dem Baubeginn des Zweiten Goetheanum verstarben.
Nach den handschriftlichen Bemerkungen auf der Skizze zu urteilen, sollte die Michael- Plastik im Westen des Ersten Goetheanum aufgestellt werden, im West-Foyer – der Holzplastik des Menschheitsrepräsentanten gewissermaßen gegenüber. Damit wurde notwendig, die Plastik beidseitig zu gestalten, weshalb auch eine Vorder- und Rückseite skizziert worden sind.

Die Westseite der Michael-Gruppe

Wenn der Besucher sich der Michael-Gruppe von Westen genähert hätte, wäre er einer figürlichen Michael-Darstellung von vorne begegnet. Er hätte sich als eines der menschlichen Individuen empfunden, die in der Michael-Gruppe dargestellt sind und die, wie er selbst, sich Michael von Westen her nähern, mit ihrem Antlitz und einer bittenden Geste ihrer Hände Michael zugewandt. Michaels Antlitz und Geste wenden sich zu der plastischen Menschengruppe, zu der der Besucher hinzugestoßen wäre.
Man kann sich vorstellen, dass die Proportionen denen der Holzplastik entsprochen haben könnten, sodass die Michael-Figur die Größe des Menschheitsrepräsentanten und dementsprechend die Menschengruppe menschliches Maß angenommen hätte, womit eine Identifizierung des Besuchers mit der Menschengruppe gegeben gewesen wäre.
Die «Intelligenz der Menschen», welche Michael entgegennimmt, spricht sich durch die betonte gruppenhafte Zusammenstellung mehrerer Individuen aus, die einen neuen, Ichdurchdrungenen Gruppengeist ausbilden dadurch, dass sie Michael als Mittler zwischen sich und den Göttern erkennen und sich zu ihm wenden.
Michael trägt ein gewaltiges Flügelpaar – vielleicht deuten die doppelten Linien gar ein zweites Flügelpaar an, das Michaels Status als Erzengel charakterisieren könnte. Der Betrachter hätte also in dieser Weise die Michael-Gruppe wahrgenommen, wenn er das Goetheanum betreten hätte und schließlich an ihr vorbei Richtung Osten in den Doppelkuppelbau eingetreten wäre.

Die Ostseite der Michael-Gruppe

Während die Holzplastik des Menschheitsrepräsentanten aufgrund ihres Standortes im äußersten Osten, welcher den Bau abschloss, hauptsächlich frontal gestaltet werden musste, waren gänzlich andere Anforderungen an die Michael-Gruppe mit ihrem Standort im Westen gestellt. Denn der Besucher des Baus sollte nach seinem Aufenthalt im Innenraum und seinem Gewahrwerden der Christus-Plastik im Osten den Bau wieder durch das Westportal verlassen. Hier wäre er abermals der Michael-Gruppe begegnet – allerdings von der anderen Seite her, von Osten, begleitet von seinen seelisch-geistigen Eindrücken, die der Doppelkuppelbau und sein Zentralkunstwerk bei ihm hinterließen. Nun musste sich ihm ein anderes Bild, ein anderes Erleben der Aufgabe Michaels bieten. Was sich im Innern des Besuchers als sonnenhafte Intelligenz durch das Durchleben der Mysteriengeheimnisse des Innenraumes eingegliedert hatte, sollte nun Michael als Gabe an die Götterwelt übergeben.
Wer den Bau von Osten kommend nach Westen hin verlassen hätte, hätte eine ihm abgewandte und den Göttern zugewandte Michael-Gestalt gesehen, die in einer eurythmischen Oktav-Geste seine geistigen Errungenschaften und die seiner Menschenbrüder hinaufhebt zu jenen göttlichen Wesen, die – wie Rudolf Steiner einst ausführte – sich in der gegenwärtigen Zeit weitgehend von dem unmittelbaren Einwirken in die Menschen-
geschicke zurückgezogen haben. Wie ein Vermittler zwischen irdischer Welt und Götterwelt fungiert hier die Michael-Gestalt. Das, was von Westen her seine Flügel gewesen wären, träte nun wie eine andere, eine geistige Welt vor den Menschen hin, und man kann an ihren Ausläufern acht archaisch anmutende Götter-Antlitze ausmachen, von denen Arme auszugehen scheinen, welche die Gabe Michaels in Empfang nehmen.
Bereits diese beiden skizzenhaften Entwürfe Rudolf Steiners lassen die Dimension der michaelischen Aufgabe erahnen, wie sie von Rudolf Steiner im Oktober 1924 in seinem 106. Leitsatz zusammengefasst wurde: «Michael geht die Wege wieder aufwärts, welche die Menschheit abwärts auf den Stufen der Geistesentwickelung bis zur Intelligenzbetätigung gegangen ist. Nur wird Michael den Willen aufwärts die Bahnen führen, welche die Weisheit bis zu ihrer letzten Stufe, der Intelligenz, abwärts gegangen ist.»

Hinweise zu den Abbildungen
Westseite: Handschriftliche Notiz von Edith Maryon:
Unten links: «Entwurf Dr. R. Steiner, Edith Maryon, 23.12.22»
Unten rechts: «Michael, die Intelligenz der Menschen entgegennehmend und den Göttern reichend.» Oben: «von Westen her kommend»
Ostseite: Handschriftliche Notiz von Edith Maryon: Unten links: «von Osten her Michael


 

Weihnachtskarte zum download

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Alle Veranstaltungen finden wie immer im Rudolf Steiner Haus,

Bernadottestraße 90/92, 14195 Berlin statt.

U-Bahn - Podbielskiallee, dann 7 Minuten Fußweg


Seminar mit Friedrike Kenneweg und Frank Gläsener
mittwochs 20 Uhr (außer in den Schulferien)

Ort: Rudolf Steiner Haus, Bernadottestraße 90/92, 14195 Berlin, Seminarraum

Alle Vorträge finden, wenn nicht anders angegeben im Rudolf Steiner Haus,
Bernadottestraße 90/92, 14195 Berlin statt.
U-Bahn - Podbielskiallee, dann 7 Minuten Fußweg

Kontakt: FREIE VEREINIGUNG FÜR ANTHROPOSOPHIE Morgenstern
Post: c/o Reiner Boese Westhofener Weg 40, 14129 Berlin

Fon 030.8040 2389

Veranstalter:
Verein zur Förderung der anthroposophischen Arbeit Berlin e.V.

Post: c/o Reiner Boese Westhofener Weg 40, 14129 Berlin

Fon 030.8040 2389

Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE02100205000003114500 | BIC: 10020500/BFSWDE33BER
Der Spendenrichtsatz für einen Vortrag ist 10,- Euro, ermäßigt 5,- Euro

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PROGRAMM
Schreinerei in Dornach (Blumenweg)


Über Veranstaltungen von Judith von Halle in Dornach und die Vorträge an anderen Orten

können Sie sich jederzeit im Internet informieren:

Verein zur Förderung der anthroposophischen Arbeit Dornach
Nähere Informationen: www.v-f-a.ch

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Die großen christlichen Feste im Jahreslauf

 

Judith von Halle
Beiträge zu Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Johanni und Michaeli
Vorträge 3

 

Neuerscheinung 2021, 92 S., K.EUR 12.– / CHF 14.– ISBN 978-3-03769-060-4

Dieser dritte Band Vorträge von Judith von Halle enthält eine Zusammenstellung von bisher

unveröffentlichten Vorträgen sowie Artikeln zu den christlichen Jahresfesten, in denen der Leser

Anregungen zu einem eigenen und bewussteren Verhältnis zu den Festen finden kann.

 

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Die Coronavirus-Pandemie

 

Judith von Halle

Anthroposophische Gesichtspunkte

Neuerscheinung 2020, 120 S., K.EUR 12.– / CHF 14.– ISBN 978-3-03769-059-8

Was liegt dem Sars-CoV-2-Virus und der durch ihn verursachten Pandemie zugrunde? –

Alles nur Hysterie? Im Bemühen um eine Beantwortung dieser Frage durch die Mittel der

anthroposophischen Geisteswissenschaft setzt sich Judith von Halle in zwei Antwort-Briefen

mit zahlreichen Aspekten ...

Zu bestellen beim Verlag für Anthroposophie
Blumenweg 3 | CH-4143 Dornach 1
| Tel. +41 61 703 00 77 | Fax +41 61 703 00 76

info@v-f-a.ch

www.v-f-a.ch

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